Forschung in der Forensischen Psychologie: Wissenschaftliche Strenge und Methodische Unabhängigkeit
Im CIP wird die Forschung in der Forensischen Psychologie mit höchster wissenschaftlicher Strenge und der für unser Zentrum charakteristischen methodischen Unabhängigkeit betrieben. Unsere Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklung und Validierung von Bewertungsinstrumenten, die den anspruchsvollsten Standards der gerichtlichen Zulässigkeit entsprechen und die Zuverlässigkeit sowie ökologische Validität forensischer Schlussfolgerungen garantieren.
1. Fokus auf Zuverlässigkeit und rechtliche Validität Der Schlüssel unserer Forschung liegt in der Minimierung von Bias (Verzerrungen) und der Maximierung der Inter-Rater-Reliabilität bei der Bestimmung psychologischer Konstrukte, die für den Rechtsbereich kritisch sind.
Risikobeurteilung: Wir untersuchen prädiktive Modelle zur Einschätzung des Gewaltrisikos (z. B. häusliche Gewalt, Rückfallgefahr) unter Verwendung aktuarischer Messinstrumente und strukturierter fachlicher Urteilshilfen.
Rechtliche Kapazitäten: Wir entwickeln validierte Protokolle zur Beurteilung der Verhandlungsfähigkeit, der Testierfähigkeit oder der Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen, basierend auf der Aussagepsychologie und Gedächtnisforschung.
Forensische Psychopathologie: Wir konzentrieren uns auf die korrekte Identifizierung und Differenzierung zwischen Simulation/Dissimulation von Symptomen und dem tatsächlichen Vorliegen von Störungen, wobei spezifische Leistungs- und Anstrengungstests zur Täuschungsentdeckung eingesetzt werden.
2. Evidenzbasierte forensische Methodik Unsere Methodik basiert auf der Evidenzbasierten Psychologie (EBP), angepasst an den rechtlichen Kontext. Wir wenden an:
Experimentelle Simulationsdesigns: Zur Untersuchung gerichtlicher Entscheidungsfindung und der Auswirkungen forensischer Gutachten auf Jurys und Richter.
Fortgeschrittene psychometrische Analyse: Wir nutzen die Item-Response-Theorie (IRT), um forensische Bewertungsinstrumente zu verfeinern und zu kalibrieren, um sicherzustellen, dass die eingesetzten Werkzeuge sensibel für klinisch relevante Unterschiede in forensischen Populationen sind.
3. Auswirkungen auf die Rechtspflege Die Forschung des CIP zielt darauf ab, neue Standards in der forensischen Praxis zu setzen. Durch unsere unabhängige Arbeitsweise können wir wissenschaftliche und methodische Lücken schließen, die sich direkt auf die Fairness und Präzision gerichtlicher Entscheidungen auswirken. Wir stellen der Rechtsgemeinschaft hochwertige Instrumente zur Verfügung, die über das reine klinische Urteil hinausgehen und auf soliden, replizierbaren empirischen Daten basieren.
4. Angewandte Technologien und wegweisende Forschung Ein innovativer Pfad in der forensischen Psychologie ist die Integration neuer Technologien in den Bewertungsprozess:
Forensische Neurowissenschaften: Wir untersuchen die Anwendung funktioneller Bildgebung (fMRT) und evozierter Potentiale (P300), um zwischen wahrem und konstruiertem oder simuliertem Gedächtnis zu differenzieren und deren Zulässigkeit vor Gericht zu prüfen.
Analyse unstrukturierter Daten: Wir entwickeln Algorithmen für Natural Language Processing (NLP) und Machine Learning zur Analyse großer Textmengen (z. B. digitale Kommunikation, Gerichtstexte), um die Vorhersage von Gewaltrisiken zu optimieren.
Virtual Reality (VR) in der Begutachtung: Wir explorieren den Einsatz kontrollierter VR-Umgebungen, um relevante situative Kontexte nachzustellen und mit höherer ökologischer Validität Entscheidungsfähigkeit, posttraumatischen Stress oder Erziehungskompetenzen unter standardisierten Bedingungen zu messen.
Schwerpunkt: Glaubhaftigkeitsbegutachtung und Täuschungsentdeckung Wir adressieren diese komplexen Konstrukte durch die empirische Analyse des Kommunikationsverhaltens:
Psycholinguistische Analyse: Untersuchung von Merkmalen der Sprache (Inhalt und Struktur), die mit Wahrhaftigkeit assoziiert sind, wie die Statement Validity Analysis (SVA) und die kriterienorientierte Inhaltsanalyse (CBCA).
Analyse von Emotionen und Mikroexpressionen: Einsatz automatisierter Gesichtskodierungstechnologie zur Analyse von Mikroexpressionen und zur Erkennung subtiler emotionaler Indikatoren, die inkongruent zur verbalen Aussage sein könnten (Emotional Leakage).
Multimodale Forschung: Integration von verbalen, nonverbalen und physiologischen Informationen (z. B. psychophysiologische Reaktionen), um ein umfassendes und wissenschaftlich fundiertes Glaubwürdigkeitsprofil zu erstellen.
